Erdgasautos als saubere und kostengünstige Alternative

10.05.2016

Alle namhaften Hersteller von Erdgasfahrzeugen in Europa bestätigen: Die Abgaswerte der sauberen Erdgasfahrzeuge halten, was sie versprechen: Sie emittieren keinen Feinstaub, ein Fünftel weniger CO2 als Benziner, weniger Stickoxide und senken obendrein die Treibstoffkosten.



„Erdgasautos bleiben von der aktuellen Schadstoffdiskussion unberührt“, sagt Mag. Robert Grüneis, Obmann des Fachverbands der Gas- und Wärmeversorgungsunternehmungen (FGW): „Käufer von Erdgasautos entscheiden sich für ein sauberes und sparsames Fahrzeug.“ Denn mit Erdgas betriebene PKW, Nutz- und Schwerfahrzeuge emittieren beinahe keinen Feinstaub und um etwa ein Fünftel weniger des gefährlichen Umweltgases Kohlendioxid (CO2) als Diesel- oder Benzinfahrzeuge. Im Vergleich zu mit Diesel betriebenen Fahrzeugen entstehen sogar bis zu 95 Prozent weniger Stickoxide.
Namhafte Hersteller europäischer Erdgasfahrzeuge bestätigen die guten Abgaswerte: Von Audi und Mercedes über Opel und Renault bis hin zu Seat und ŠKODA. Die in Österreich angebotene Palette an Erdgasfahrzeugen ist breit gefächert: Insgesamt gibt es derzeit 44 Fahrzeugmodelle: 23 PKW-, zwölf Nutzfahrzeug-, fünf LKW- sowie vier Bus-Modelle mit Erdgasantrieb.

Erdgasautohersteller geben Entwarnung

Ein Rundruf bei den Herstellern zeigt: Erdgasautos sind nicht nur vergleichsweise umweltfreundlich, sondern auch kostengünstig: Die abgegebene Erdgasmenge wird in Kilogramm angezeigt. Ein Kilogramm Erdgas entspricht dem Energiegehalt und der Fahrleistung von etwa 1,5 Liter Benzin beziehungsweise 1,3 Liter Diesel. Erdgasfahrzeuge haben somit eine Reichweite von mehr als 500 Kilometer, womit beispielsweise die Strecke von Linz bis Venedig mühelos ohne Tankstopp bewältigt werden kann. Zudem ist die erprobte Erdgastechnologie mindestens genauso sicher wie andere Verbrennungsmotoren.

• Porsche Holding GmbH Österreich, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit Richard Mieling: „Nach umfassenden internen Prüfungen und Messkontrollen steht nun fest, dass sich der anfängliche Verdacht auf rechtswidrige Veränderungen der CO2-Messwerte nicht bestätigt hat. Vielmehr haben sich die ursprünglichen Angaben bei nahezu allen Modellvarianten als zutreffend erwiesen. Serienmäßige Erdgasmodelle der Marken Volkswagen PKW und Volkswagen LNF sind auf keiner Liste von betroffenen Modellen enthalten.“
• Fiat Österreich, Pressesprecher Andreas Blecha: „Unsere Motoren erfüllen alle geltenden rechtlichen Emissionsvorschriften und sind auch nicht mit unerlaubten Vorrichtungen zur etwaigen Manipulation der Abgaswerte ausgerüstet.“
• Seat Österreich, Pressesprecher Rudolf Glass: „Da der Erdgasmotor des SEAT Leon TGI nicht zu der betroffenen Baureihe zählt, ist dieser nicht von der Rückrufaktion und eventuellen Nachrüstmaßnahmen betroffen.“
• Audi Deutschland, Kommunikationsleiter Udo Rügheimer: „Ich darf Entwarnung geben. Unsere Erdgasmodelle stehen auf keiner Liste von betroffenen Modellen.“
• ŠKODA Österreich, Pressesprecher Sebastian Scheibl: „Die ursprüngliche Annahme, dass einige CO2-Werte und Verbrauchsangaben bei ŠKODA-Modellen möglicherweise durch Unregelmäßigkeiten oder Abweichungen im Prozess der Werteermittlung festgestellt worden sind, hat sich nicht bestätigt.“
• Opel, Presseleiter Josef Ulrich: „Opel setzt keine Software ein, die erkennt, dass das Fahrzeug einem Abgastest unterzogen wird. Die CO2-Angaben sind korrekt. In der Typzertifizierung wurde die Einhaltung der Euro 6-Abgasnorm bestätigt.“
• Mercedes-Benz Österreich, Pressesprecher Bernhard Bauer: „Einen so genannten ‚defeat device‘ können wir für alle PKW von Mercedes-Benz ausschließen.“

Auch Erdgas-LKW sind sauber

Auch die Hersteller von Lastkraftwagen und Bussen bestätigen die guten Abgaswerte ihrer gasbetriebenen Fahrzeuge.
• MAN, Unternehmenssprecher Martin Böckelmann: „LKW und Busse von MAN sind von der aktuellen Diskussion um Unregelmäßigkeiten bei Abgaswerten nicht betroffen. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen bei schweren Nutzfahrzeugen sind sehr streng. Alle unsere Motoren erfüllen die Emissionsvorschriften.“ – Auch bei Erdgas.
• IVECO, Unternehmenssprecher Manfred Kuchlmayr: „Selbstverständlich entsprechen alle unsere Fahrzeuge den jeweiligen Vorgaben: Das gilt für die erdgas- ebenso wie für die dieselbetriebenen Fahrzeuge. Insbesondere bei dem CNG-Motor (Compressed Natural Gas) sind Stickoxide im Abgas unbedenklich, nicht zuletzt weil wir einen Drei-Wege-Katalysator verwenden.“
• Scania Österreich, Kommunikationsleiterin Marie-Therese Zell: „Scania LKW und Busse sind von der Debatte um manipulierte Abgaswerte nicht betroffen. Alle unsere Motoren erfüllen die Abgasvorschriften wie durch Auditberichte von unabhängigen Institutionen bestätigt wurde.“

Fachverband fordert Anreize für Erdgasmobilität

Die Expertenmeinungen zeigen, dass die Erdgastechnologie der Benzin- und Dieselkonkurrenz in vielen Belangen voraus ist. Daher benötigt es laut Grüneis Anreize von der österreichischen Bundesregierung, damit der Absatz der umweltfreundlichen Erdgasfahrzeuge weiter an Fahrt aufnimmt: „Wir fordern eine explizite Berücksichtigung von Erdgasmobilität und Biomethan in der Sachbezugsregelung – so, wie es auch die Elektromobilität hat“, sagt Grüneis: „Ein ermäßigter Steuersatz in der Höhe von 0,5 Prozent wäre ein starkes Signal für reichweitenstarke, saubere Erdgasmobilität.“
Folgende weitere Punkte schlägt der Fachverband vor, um in Österreich die Ökologisierung des Individualverkehrs voranzubringen: Eine Befreiung von der Sachbezugsbesteuerung, da der Betrieb mit Biomethan CO2-neutral ist.
Zudem sollten alle Erdgasautos genauso wie Elektroautos vorsteuerabzugsberechtigt sein – Grüneis: „Nur so ist eine Gleichbehandlung mit Elektroautos möglich.“
Auch sollte der NoVA-Bonus für neu zugelassene, alternativ betriebene Fahrzeuge in der Höhe von 600 Euro bis mindestens 2020 verlängert werden. Außerdem schlägt der Fachverband eine Garantie der Besteuerung von Erdgas als Kraftstoff bis 2025 vor.

Über den Fachverband der Gas- und Wärmeversorgungsunternehmungen:
Der Fachverband der Gas- und Wärmeversorgungsunternehmungen (FGW) ist die unabhängige gesetzliche Interessenvertretung der österreichischen Gas- und Wärmewirtschaft. Als diese nimmt der FGW bei den Themen Globalisierung, Marktliberalisierung und Versorgung eine wichtige Stellung ein. Darüber hinaus kommt den im FGW vertretenen Branchen in Umweltschutz- und Klimafragen besondere Bedeutung zu. Mit der Bereitstellung der umweltfreundlichen Energieformen Erdgas, Biogas, Fernwärme und Fernkälte sind die FGW-Mitgliedsunternehmen dazu prädestiniert, eine Schlüsselposition bei der Bewältigung anstehender Probleme auf diesem Gebiet einzunehmen.

 

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